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    Gesetzgebung14.2.2026

    EU Digital Wallet (EUDI Wallet) und elektronische Signatur

    Das europäische digitale Identitätsportemonnaie (EUDI Wallet, European Digital Identity Wallet) wird in den kommenden Jahren die Art und Weise verändern, wie sich Europäer identifizieren und Dokumente elektronisch signieren. In diesem Artikel erläutern wir, was das EUDI Wallet praktisch bedeutet, wie es sich auf die elektronische Signatur eines Kleinunternehmens auswirkt und welche Dinge bereits jetzt geregelt werden sollten.

    Was ist das EUDI Wallet?

    Die EUDI Wallet ist eine EU-weite Smartphone-Anwendung, in der Bürger, Einwohner und Unternehmen Folgendes speichern können:

    • eine offizielle elektronische Identität
    • verschiedene digitale Nachweise und Genehmigungen (z. B. Führerschein, Abschlusszeugnis, Unternehmensvollmachten)
    • die Möglichkeit, Dokumente elektronisch zu unterzeichnen und sich bei Diensten sowohl online als auch persönlich zu authentifizieren

    Die Grundlage bildet die eIDAS 2.0-Verordnung (EU) 2024/1183, die im Mai 2024 in Kraft trat und jedes EU-Land verpflichtet, bis spätestens Ende 2026 mindestens eine offizielle EUDI-Wallet für Bürger, Einwohner und Unternehmen anzubieten. In Finnland entwickelt die Agentur für digitale Dienste und Bevölkerungsdaten (DVV) die nationale Wallet.

    Wo stehen wir jetzt – Europa und Finnland

    In der EU laufen derzeit mehrere umfassende Pilotprojekte (u.a. POTENTIAL, EWC, DC4EU), in denen die Nutzung des Wallets in Alltagssituationen getestet wird:

    • Eröffnung eines Bankkontos
    • Anmeldung bei Behördendiensten
    • Anzeige eines elektronischen Führerscheins
    • digitale Reisedokumente

    An den Pilotprojekten nehmen Hunderte von Unternehmen und Behörden aus fast allen EU-Ländern teil. In Finnland entwickelt das DVV das nationale Wallet, das spätestens Ende 2026 veröffentlicht und dessen Funktionen schrittweise erweitert werden sollen. Derzeit erfolgt die starke Authentifizierung weiterhin über Suomi.fi-Identifizierung (Bank-IDs, mobile Zertifikate), und diese Systeme werden in das zukünftige Wallet integriert.

    Wie beeinflusst die EUDI Wallet die elektronische Signatur?

    Das EUDI Wallet bringt die elektronische Signatur in die Tasche jedes EU-Bürgers. Bisher erforderte eine anerkannte (QES-konforme) elektronische Signatur praktisch immer ein separates Zertifikat und ein damit verbundenes Gerät. Mit dem Wallet kann jeder EU-Bürger direkt auf seinem Handy ein anerkanntes Signaturzertifikat erhalten.

    Aus der Sicht kleiner Unternehmen bedeutet dies praktisch:

    • Kundenidentifizierung wird einfacher – ein einheitlicher Weg für die gesamte EU
    • Verträge können direkt vom Telefon des Kunden unterzeichnet werden
    • Grenzüberschreitende Geschäfte werden einfacher, da die Identifizierung in verschiedenen Ländern auf die gleiche Weise funktioniert
    • Es werden weniger länderspezifische Identifizierungsmethoden benötigt

    Kleinunternehmer müssen diese Technologie nicht selbst entwickeln, sondern einen elektronischen Signaturdienst wählen, der sich später in die EUDI-Wallet integriert – genauso wie sich die aktuellen Dienste in die Bankauthentifizierung integrieren.

    Was bekommt ein Kleinunternehmen konkret?

    1. Eine Authentifizierung in der gesamten EU

    Kunden oder Mitarbeiter können sich überall in der EU auf die gleiche Weise authentifizieren, unabhängig vom Standort des Dienstes oder Unternehmens. Weniger länderspezifische Anmeldelösungen und weniger eigene Authentifizierungsversuche.

    2. Elektronische Signaturen direkt aus der Wallet

    Ein mit der EUDI-Wallet unterzeichnetes Dokument funktioniert gemäß den eIDAS-Regeln, und seine Rechtswirkung kann das gleiche Niveau haben wie die aktuellen starken elektronischen Signaturen. Dies erleichtert Verkaufs-, Arbeits- und internationale Verträge.

    3. Nachweise und Vollmachten an einem Ort

    Im Wallet können auch Berufslizenzen, Abschlusszeugnisse und Vertretungsbefugnisse für Unternehmen gespeichert werden. Dies erleichtert die Einstellung von Personal, die Überprüfung von Subunternehmern und die Sicherstellung, dass die richtige Person berechtigt ist, im Namen des Unternehmens zu unterzeichnen.

    4. Weniger Anmeldedaten und Passwörter

    Die Wallet kann sowohl online als auch persönlich genutzt werden. Der Benutzer verwaltet seine eigenen Daten, und der Dienst erhält nur das, was er benötigt. Dies reduziert sicherheitsrelevante Risiken im Zusammenhang mit Passwörtern.

    5. Ein einheitlicher digitaler Kundenpfad

    Wenn Authentifizierung, Signatur und Nachweise in derselben Wallet sind, kann der gesamte Kundenpfad digital abgewickelt werden: Authentifizierung → Signatur → Daten direkt ins System → Rechnungsstellung.

    Checkliste zur Vorbereitung für Kleinunternehmen

    1. Nutzen Sie einen elektronischen Signaturdienst, der eine starke Authentifizierung unterstützt (z. B. EpicSign).
    2. Verfolgen Sie die Ankündigungen Ihres Softwareanbieters bezüglich der EUDI-Unterstützung.
    3. Stellen Sie sicher, dass die Archivierung von Dokumenten in elektronischer Form erfolgt.
    4. Stellen Sie sicher, dass Ihr Unternehmen über eine korrekte Suomi.fi-Identifizierung verfügt.
    5. Klären Sie, ob Sie Kunden innerhalb der EU haben, für die die EUDI die Zusammenarbeit erleichtern könnte.

    GDPR-Aspekt: Persönliche Daten und die Wallet

    • Die Wallet befolgt den Grundsatz der Datenminimierung – der Empfänger erhält nur die Informationen, die notwendig sind.
    • Der Benutzer verwaltet seine Daten selbst und entscheidet, was er teilt.
    • Dienstleister dürfen die Aktivitäten des Benutzers auf verschiedenen Diensten nicht verfolgen.
    • Die Aufbewahrungsfristen für Daten entsprechen den DSGVO-Anforderungen.

    Beispiel: Ein Designbüro und internationale Kunden

    Ein kleines Designbüro in Helsinki arbeitet sowohl für finnische als auch für deutsche Kunden. Derzeit sind die Authentifizierungsmethoden unterschiedlich: In Finnland Bank-IDs, in Deutschland der eID-Karte. Mit dem EUDI Wallet können Kunden aus beiden Ländern sich auf die gleiche Weise identifizieren und Verträge direkt von ihrem Handy aus signieren. Besonders zu Beginn des Vertragsprozesses wird Zeit gespart, da keine separaten länderspezifischen Anleitungen erforderlich sind.

    Häufig gestellte Fragen

    Wann kommt die EUDI Wallet nach Finnland?

    Die EU-Länder müssen die Wallet bis Ende 2026 anbieten. In Finnland wird DVV die Umsetzung schrittweise umsetzen.

    Wird die EUDI Wallet die Authentifizierung per Bank-ID ersetzen?

    Nicht unbedingt sofort. Langfristig kann die EUDI Wallet eine Alternative bieten oder bestehende Methoden ergänzen, aber Suomi.fi-tunnistus wird weiterhin genutzt werden.

    Muss ein Kleinunternehmen jetzt etwas unternehmen?

    Es sind noch keine technischen Änderungen erforderlich. Eine gute Vorbereitung besteht darin, elektronische Signaturen einzuführen und die Entwicklungen zu verfolgen.

    Wie hängt die EUDI Wallet mit der eIDAS-Verordnung zusammen?

    Die EUDI Wallet ist Teil der eIDAS 2.0-Reform (Verordnung (EU) 2024/1183). Sie macht qualifizierte elektronische Signaturen für normale Bürger zugänglich.

    Funktioniert die EUDI Wallet auch über die EU-Grenzen hinweg?

    Ja. Die EUDI Wallet ist darauf ausgelegt, in allen EU-Ländern auf die gleiche Weise zu funktionieren.

    Zusammenfassung

    Die digitale EU-Wallet ist eine große Veränderung, aber für ein Kleinunternehmen bedeutet sie letztendlich einfache Vorteile: eine EU-weite Methode zur Identifizierung von Kunden, elektronische Signaturen direkt vom Handy des Kunden, weniger manuelle Dokumentenprüfung und einfacheres Wachstum innerhalb der EU. Technik und Gesetzgebung werden schrittweise eingeführt, aber die Richtung ist klar: Digitale Identitäten und Signaturen werden in Zukunft in Ihrer Tasche sein, nicht in Ordnern.

    Dieser Artikel ist allgemeiner Natur und stellt keine Rechtsberatung dar.

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